Schwabenblogger

Sat 15,December,2007 50/52

I’m not there

Filed under: Hörä, Guggä

6 Personen spielen darin Bob Dylan, jeweils in einem anderen Lebensabschnitt des “Meisters”, was anfangs etwas verwirrt, da ohne wirklich erkennbare Trennung zwischen den Abschnitten gewechselt wird, abgesehen davon, dass Regisseur Todd Haynes unterschiedliche Film- & Aufnahmetechniken verwendete. Da keine wirkliche Reihenfolge existiert hier nun eine Auflistung der 6 Dylans:

(c)Diaphana Films

Marcus Carl Franklin spielt Woody Guthrie, der Dylans großes Vorbild war/ist. Der mir bis jetzt Unbekannte ist ein grandioser Sänger und Gitarrist, von seinen schauspielerischen Fähigkeiten ganz zu schweigen. Dieser Abschnitt, in dem Woody sowohl von einer schwarzen wie einer weißen Familie gerettet wird beschreibt Dylans Suche nach einer Identität in seiner Jugend, und überzeugt besonders durch o.g. Talente des Darstellers.

Christian Bale spielt Jack Rollins, den als Protest-Sänger berühmt und beliebt gewordenen Dylan, der dann allerdings seine Fans (wobei dieser Ausdruck fast zu schwach ist, da sie in ihm den Anführer ihres Protests sahen) und seine Geliebte Alice (Joan Baez, gespielt von Julianne Moore, die auch in späteren “Interviews” auftaucht) im Stich lässt und verschwindet, da er meint die Erwartungen seiner Gefolgschaft nicht erfüllen zu können.

Ausserdem spielt Bale Pastor John, den “Wiedergeborenen” der seine eigenen Gospelsongs singt.Dieser Teil beschreibt Dylans spirituelle Seite, und beweist wie der erste Teil mit Christian Bale, was für ein grandioser Darsteller dieser ist.

Ben Whishaw spielt Rimbaud(Dylan 1965), der gleichzeitig auch als Erzähler dient. Diese in schwarz-weiß gehaltenen Szenen ziehen sich durch den ganzen Film, und spielen bei einer Befragung nach Dylans Bekanntgabe, dass er keine Protestsongs mehr schreiben wird, woraufhin er zu den Gründen befragt wird. “Im not fatalistic, clerks are fatalistic, bank-tellers are fatalistic. Im a farmer, who ever heard of a fatalistic farmer?”

(c)realone.com

Cate Blanchette spielt Jude Quinn, Dylans künstlerische Seite, und wird bei einem Auftritt ausgebuht, da er E-Gitarren benutzt. Blanchette spielt hier einen beeindruckenden Dylan, was sich gerade in den “Interviews” bzw. “Pressekonferenzen” widerspiegelt. Hier zeigt sich der Dylan, der nicht Musik macht um die Jugend im Protest anzuführen, sondern der meint, dass jeder sich selbst im eigenen Protest anführt. So meint er bei o.g. PK auch, dass es über 150 Protestsänger gibt, da er in jedem Menschen einen Protestierenden sieht. Sehr amüsierend ist hierbei auch der Part als Dylan mit den Beatles auf eienr Wiese herumrollt, die im Nachhinein von kreischenden Massen verfolgt werden.In diesen Abschnitt fällt auch Dylans Drogenphase.

Hier äußert Dylan gegenüber einem Journalisten der ihn anschwärzt seinen früheren Idealen zu widersprechen, dass er keinerlei Gefühle wie Schmerz oder Liebe empfindet.

(c)imdb.com

Den genauen Gegensatz dazu spielt Heath Ledger als Robbie Clark, ein Schauspieler, der Claire (Charlotte Gainsbourg) in einem Coffee-shop kennenlernt und sich verliebt, was in einer 10jährigen Ehe mündet, die bis zum Ende des Vietnam Kriegs hält. Dieser Teil beschreibt Dylan als Familienmenschen aber auch als etwas chauvinistischen Macho, der auch in seinem Outfit(Lederjacke, Sonnenbrille etc.) als krasser Gegensatz zu den anderen Dylans zu sehen ist.

Richard Gere spielt Billy the Kid, und mancher mag sich fragen, was dieser Western-Charakter in einem Westernabschnitt einer Dylan-Biografie zu suchen hat. Doch ansich wird dies schnell klar, da die Einsamkeit des Westerns Dylans Leben nach seinem Rückzug aus dem öfffentlichen Leben beschreibt, bis er sein Eremiten-Dasein aufgeben muss und zurückkehrt.

Insgesamt besticht der Film vor allem durch seine Vielseitigkeit und den Surrealismus (z.B. erscheint plötzlich im Hintergrund eine Giraffe), der allerdings nie unpassend wikt, da alle 6 Dylans auch imemr die verstörten Aspekte seines Lebens beschreiben.

Ein zurecht hoch- und vielgelobter Film, wobei meiner Meinung nach besonders Marcus Carl Franklin (den ich vorher nicht kannte) und, wie schon andernorts gelobt, Cate Blanchette besonders hervorstechen. Gerade durch die ungewöhnliche Wahl der Erzählung, mit unterschiedlichen Charakteren, die doch alle Dylan sind, unterscheidet sich dieser Film von üblichen Biographien.

Für Dylan-Fans:

Rating 6 von 6

Für Nicht-Dylan-Fans:

Rating 6 von 6

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